Wildnisbotschafter*in

Was ist Wildnis?

Wie entsteht Wildnis?

Warum ist Wildnis wichtig?

Was wissen wir über Wildnis in Deutschland? Die Meinung zur Wildnis ist oft belastet mit Vorurteilen und Ängsten. Dabei kann sie so viel: Sie bietet Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten, sie hilft beim Klimaschutz und bietet einzigartige Erholungsräume für den Menschen. In Zeiten des Klimawandels und immer schneller voranschreitenden Verlustes der Artenvielfalt birgt Wildnis eine große Chance. Dennoch gibt es in Deutschland nur sehr wenige dieser wertvollen Gebiete. Nur mit Akzeptanz und Engagement der Bevölkerung lassen sich Wildnisgebiete langfristig sichern.

Das Wildnisbotschafter*in-Projekt leistet einen wichtigen Beitrag, Wildnisthemen im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern. Es soll Menschen die Möglichkeit geben, selbst für den Schutz von zukunftsrelevanten Lebensräumen aktiv zu werden und auch andere für die Schönheit ungestörter Natur zu begeistern.

In einer neunmonatigen Weiterbildung lernen die Teilnehmenden das Thema Wildnis mit allen seinen Facetten kennen. Wir, die Wildnisstiftung und der NaturRanger e. V., machen Wildnis erlebbar, begeistern damit unsere Teilnehmenden und vermitteln in zwanzig spannenden Online-Modulen wichtiges Know-how rund um den Schutz von wilder Natur. Bei einem Praxiswochenende auf den faszinierenden Flächen der Wildnisstiftung erleben die Teilnehmenden Deutschlands Wildnis hautnah und bekommen ein Gespür für dieses einmalige Naturrefugium. So bereiten wir die angehenden Wildnisbotschafter*innen ideal auf ihr Engagement für die Wildnis vor. Führungen leiten, einen Wildnis-Blog schreiben, kreatives Lernmaterial gestalten – bei uns hat Wildnisschutz viele, individuelle Gesichter.

Wenn du mehr über die Wildnisbotschafter*in Weiterbildung erfahren möchtest,

hör dir einfach diesen Podcast rund um das Projekt an, und schau dir unseren Flyer an.

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Im Januar 2022 startet für bis zu fünfzehn Teilnehmer*innen die nächste Wildnisbotschafter*innen-Weiterbildung.

Kosten pro Person: 280,00 Euro zzgl. Wildniswochenende (Anreise und Unterkunft/Verpflegung)

Bist auch du dabei ?

Eine Anmeldung ist bis zum 15. Januar 2022 per Email bei uns möglich.

 

Die ersten Wildnisbotschafter*innen in Aktion:

Das sagen unsere Wildnisbotschafter*innen zu ihrer Weiterbildung:

Die Wildnisbotschafter*innen-Weiterbildung war für mich…

„… eine neue Erfahrung mit schönen Erlebnissen, die mein Leben bereichert haben. Ich habe gelernt, die Natur anders zu sehen und wahrzunehmen. Ich bin jetzt auch neugieriger, aufmerksamer, wachsamer, aber auch kritischer geworden.“ (Veronika, Weiterbildung 2020)

„… eine ganz neue, interessante und lehrreiche Erfahrung.“ (Stefan, Weiterbildung 2020)

„… wichtig, weil ich hier aus erster Hand erfahren kann, wie ich erlerntes Wissen an interessierte Personen weitergeben kann.“ (Burkhard, Weiterbildung 2021)

„… die optimale Vorbereitung eines eigenen Engagements und bietet mir zudem eine großartige Möglichkeit, Wissen und Kontakte zu Gleichgesinnten aufzubauen.“ (Tobias, Weiterbildung 2021)

 

Teilnehmerfeedback von Veranstaltungen der Wildnisbotschafter*innen:

Die Wildnisbotschafter*innen haben eine Gruppe von Blinden- und Sehbehinderten aus Berlin eingeladen, um gemeinsam eine Wildnis-Fledermaus-Safari zu machen. Hier findet ihr Auszügen aus dem Erfahrungsbericht der Gruppe:

„Was ich und die anderen Exkursionsteilnehmer vom ABSV, dank der Wildnisstiftung Naturlandschaften Brandenburg erlebten, war eine ganz neue, intensive und unter die Haut gehende Erfahrung. Zwischen uns und den frisch ausgebildeten Wildnisbotschaftern war ein selbstverständlicher Umgang spürbar, ohne bzw. schnell fallenden Hürden und begeistert für die Wildnis. Wir wurden schnell „infiziert“.“

„Es war auch sehr schön bei der ersten Führung durch das Gebiet mit dem Förster Axel des Landesforstbetriebes in Kontakt zu kommen, der ganz toll auf unsere Gruppe eingegangen ist und auf jede Frage eine Antwort wusste. Individuell konnte dies dann noch durch die Wildnisbotschafter bei Bedarf vertieft werden. Wir wurden zu Orten geführt, wo man besondere Naturerlebnisse anfassen konnte. Auch der Hund des Försters, der ohne Scheu auf uns Acht gegeben hat, trug zum Vergnügen aller bei. Wir waren in der Natur angekommen.“

„Einen besonderen Kontakt hatten wir mit dem Mistkäfer. Es ist erstaunlich, dass selbst ein so kleines Wesen (er ist kleiner als ein Daumennagel) für uns gut hörbare Geräusche machen kann. Dieser kleine Geselle war zeitweise das Forschungs- und Faszinationsobjekt der Gruppe. Zudem konnten wir den Geruch verschiedener Blätter wahrnehmen, zum Beispiel von echten und nicht getrockneten Lorbeerblättern.“

„Abends nach Einbruch der Dämmerung fuhren wir zu einer anderen Stelle der Lieberoser Heide – den Bergsee: Nach dem Ausstieg aus dem Bus waren wir alle ganz ruhig und bewegungslos, da wir einfach nur der Stille lauschen wollten. Aber es kam anders.  Wir hatten das große Glück, Wölfe heulen zu hören. Etwas, was man auch bei der besten Planung, nicht organisieren kann. Großartig!“

„Mit den Detektoren machten wir uns schließlich auf den Weg und konnten am Seeufer mit den Hilfsmitteln (Detektoren) verschiedene Fledermausarten wie Wasser- und Zwergfledermäuse und das Große Mausohr orten. Interessant war, dass man durch die verschiedenen Lautstärken abschätzen konnte, ob die Fledermaus in der Nähe oder weiter entfernt flog und Insekten jagte.“

„Für mich war der schönste Moment, als einige von den Wildnisbotschaftern und ich uns auf den Parkplatzboden am Bergsee legten. Wir hatten das Glück nahe am Vollmond zu sein und einen klaren Himmel zu haben. Ich wusste nicht, dass ich trotz meiner Seheinschränkung (ich sehe zwischen 5 und 10 Prozent) noch so viele Sterne sehen kann! Es waren mehr als 20, die ich wahrnehmen konnte inkl. ISS. Letztere konnte ich allerdings nicht gesondert wahrnehmen, sondern musste mich auf die Einordnung der Wildnisbotschafter verlassen. Jetzt ist mir klar, was Lichtverschmutzung ist. In einer Gr0ßstadt wie Berlin und selbst in vielen ländlichen Regionen gibt es keinen vergleichbaren Sternenhimmel wie in der Wildnis fernab von Ortschaften.“

„Es bleiben Eindrücke zurück, die ich nicht mehr vergessen werde. Es war nicht nur die soziale Gemeinschaft, sondern auch das Wildniserlebnis, das alles zu etwas Besonderem gemacht hat.“

„Das Abschiedsgeschenk halte ich in Ehren. Es ist ein gegossenes Trittsiegel einer Wolfspfote. Man erkennt und erfühlt die Tatze und Krallen. Damit kann ich eine wichtige Umweltbotschaft verbreiten:  Der Wolf gehörte schon immer nach Mitteleuropa und hat hier nun wieder seinen verdienten Platz in der Natur gefunden.“

„Es hat einen großen Eindruck gemacht, da wir normaler Weise immer abhängig von technischen Hilfsmitteln sind. In unserer Wildniszeit haben wir darauf verzichtet, da wir unsere Kleinteams hatten. Das war ich gar nicht mehr gewohnt, außerhalb jeglicher Kommunikationstechnik zu sein. Gerade das hat es für uns aber einmalig gemacht. So haben wir diese tolle, sich im Wandel befindliche Landschaft ganz intensiv entdecken und dabei auch ein kleines bisschen näher zu uns selbst finden dürfen“